Confounding tritt auf, wenn eine dritte Variable (der Confounder) sowohl mit der scheinbaren Ursache als auch mit dem Ergebnis korreliert, sodass eine Kausalbeziehung vorgespiegelt wird, wo keine ist.

Klassisches Beispiel: Vitamin D

Beobachtungsstudien zeigen, dass Menschen mit hohen Vitamin D-Spiegeln gesünder sind — aber hohe Spiegel sind ein Proxy für Sonnenexposition und körperliche Aktivität im Freien, nicht notwendigerweise für Vitamin D selbst.

Warum passiert das so oft?

Strukturelle Merkmale problematischer Observationsstudien

Grip-Strength-Analogie

Griffkraft korreliert stark mit Langlebigkeit in Observationsstudien. Viel Handkraft-Training macht einen aber nicht per se langlebiger — Griffkraft misst Gesamtgesundheit und körperliche Aktivität. Ebenso: Vitamin D im Blut misst Sonnenexposition und aktiven Lebensstil.

Korrelation vs. Kausalität

Kausalität erfordert: zeitliche Abfolge, biologischen Mechanismus, Wiederholbarkeit im RCT, Ausschluss von Confoundern (Bradford-Hill-Kriterien). Auch ein bekannter biologischer Mechanismus reicht nicht, um Supplementierungsnutzen zu belegen.

Implikationen für Supplement-Entscheidungen